Draußen wird es kühler, die Luft ist klarer und eigentlich sind das perfekte Bedingungen für eine Runde an der frischen Luft.
Doch kaum bist du ein paar Minuten unterwegs, läuft die Nase.
Du fühlst dich nicht krank, hast keinen Halskratzen und trotzdem brauchst du beim Joggen, Walken oder Radfahren plötzlich ständig ein Taschentuch.
Warum passiert das eigentlich?
Deine Nase hat beim Atmen ziemlich viel zu tun
Die Nase ist nicht einfach nur ein Luftkanal. Sie bereitet die eingeatmete Luft für den Körper auf.
Sie hilft dabei, die Luft:
- zu erwärmen
- zu befeuchten
- zu filtern
- von Staub und größeren Partikeln zu reinigen
Gerade bei kühler und trockener Luft muss sie dafür mehr arbeiten.
Damit die Schleimhäute nicht austrocknen und die Luft möglichst angenehm in die Atemwege gelangt, wird zusätzliche Flüssigkeit bereitgestellt. Genau dadurch kann die Nase anfangen zu laufen.
Das ist also nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass du krank wirst.
Oft ist es einfach eine normale Reaktion auf die kalte Außenluft.
Warum es beim Sport stärker auffällt
Beim normalen Spaziergang atmest du ruhig und relativ wenig Luft ein.
Beim Sport verändert sich das deutlich.
Je höher die Belastung wird, desto:
- schneller atmest du
- tiefer atmest du
- mehr Luft strömt durch Nase und Mund
- stärker werden die Schleimhäute beansprucht
Die Atemwege müssen plötzlich deutlich größere Mengen kalter und trockener Luft verarbeiten.
Deshalb merkst du das Problem beim Training häufig stärker als beim normalen Gang durch die Stadt.
Kalte Luft oder doch Erkältung?
Gerade im Herbst denken viele sofort:
„Jetzt werde ich krank.“
Aber eine laufende Nase allein bedeutet noch keine Erkältung.
Typisch für eine Reaktion auf kalte Luft ist:
- klares, wässriges Sekret
- die Beschwerden beginnen draußen
- beim Sport wird es stärker
- drinnen bessert sich die Nase wieder
- ansonsten fühlst du dich fit
Bei einem Infekt kommen häufig weitere Symptome hinzu, zum Beispiel:
- Halskratzen
- Husten
- Müdigkeit
- Gliederschmerzen
- Fieber
- Beschwerden, die auch in Innenräumen bleiben
Natürlich lässt sich ein Infekt nicht allein anhand dieser Punkte erkennen. Aber nicht jede laufende Nase nach dem Training bedeutet automatisch Trainingspause.
Warum manche Menschen stärker reagieren
Der eine läuft bei zehn Grad eine Stunde durch den Park und merkt kaum etwas.
Der andere braucht nach zehn Minuten das erste Taschentuch.
Wie stark die Nase auf kalte Luft reagiert, ist individuell verschieden.
Manche Menschen haben empfindlichere Schleimhäute, andere reagieren stärker auf trockene Luft. Auch Allergien oder eine sogenannte nichtallergische Rhinitis können die Beschwerden verstärken.
Dazu kommt die Trainingsintensität.
Je stärker du dich belastest, desto mehr Luft muss dein Körper in kurzer Zeit verarbeiten.
Deshalb kann eine lockere Runde problemlos funktionieren, während bei Intervallen oder einem schnellen Lauf plötzlich die Nase läuft.
Hilft Nasenatmung?
Die Nase ist hervorragend darin, Luft anzuwärmen und zu befeuchten.
Deshalb kann es gerade bei lockeren Trainingseinheiten sinnvoll sein, häufiger durch die Nase zu atmen.
Das bedeutet aber nicht, dass du ein komplettes Training ausschließlich mit geschlossenem Mund absolvieren musst.
Bei höherer Belastung ist Mundatmung vollkommen normal.
Du kannst die Nasenatmung eher als kleine Orientierung nutzen:
Wenn du bei einer eigentlich lockeren Einheit überhaupt nicht mehr ruhig atmen kannst, bist du möglicherweise schneller unterwegs, als für ein entspanntes Training nötig wäre.
Was du gegen die laufende Nase tun kannst
Ganz verhindern lässt sich die Reaktion nicht immer.
Du kannst deinem Körper den Start in die kühlere Jahreszeit aber etwas leichter machen.
Starte langsamer
Gehe nicht direkt von der warmen Wohnung in ein hartes Training.
Beginne mit ein paar Minuten lockerem Gehen oder Joggen und steigere die Intensität langsam.
Nutze bei niedriger Belastung häufiger die Nase
Gerade am Anfang des Trainings kann es angenehm sein, bewusst etwas ruhiger durch die Nase zu atmen.
Bei stärkerer Kälte: Tuch vor Mund und Nase
Ein dünnes Tuch oder ein Buff kann dabei helfen, die eingeatmete Luft etwas wärmer und feuchter zu machen.
Denk auch im Herbst ans Trinken
Bei kühleren Temperaturen ist das Durstgefühl oft schwächer.
Trotzdem verliert der Körper beim Sport Flüssigkeit – über Schweiß und über die Atmung.
Und ganz praktisch: Taschentücher einstecken
Manchmal braucht es keine komplizierte Lösung.
Wenn du weißt, dass deine Nase bei kaltem Wetter läuft, nimm einfach ein paar Taschentücher mit.
Nicht jedes körperliche Phänomen muss unbedingt verhindert werden.
Wann du genauer hinschauen solltest
Eine laufende Nase ist normalerweise harmlos.
Anders sieht es aus, wenn zusätzlich deutliche Probleme mit der Atmung auftreten.
Achte besonders auf:
- pfeifende Atmung
- starkes Engegefühl im Brustkorb
- ungewöhnlich starke Atemnot
- anhaltenden Husten nach Belastung
- regelmäßige Beschwerden bei kaltem Wetter
Kalte Luft kann bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Asthma stärkere Reaktionen auslösen.
Solche Beschwerden solltest du nicht einfach als „schlechte Kondition“ abtun.
Wenn sie regelmäßig auftreten, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Der Herbst verändert dein Training – und das ist völlig normal
Im Sommer kämpft der Körper mit Hitze.
Im Herbst wird die Luft kühler und trockener.
Im Winter kommt vielleicht noch Frost dazu.
Training findet eben nicht unter perfekten Laborbedingungen statt.
Genau deshalb ist Anpassung ein wichtiger Teil von Fitness.
Im Herbst kann das bedeuten:
- etwas länger aufwärmen
- das Tempo langsam steigern
- auf die Atmung achten
- Kleidung anpassen
- ausreichend trinken
- Körpersignale ernst nehmen
Du musst dein Training also nicht beim ersten kalten Morgen nach drinnen verlegen.
Dein Körper braucht manchmal einfach ein paar Minuten, um sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.
Deine Nase macht einfach ihren Job
Wenn beim nächsten Lauf wieder die Nase läuft, musst du nicht sofort an die nächste Erkältung denken.
Oft versucht dein Körper schlicht, die kalte und trockene Luft so gut wie möglich aufzubereiten.
Je stärker du dich bewegst, desto größer wird diese Aufgabe.
Und genau das ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie viel im Körper gleichzeitig passiert, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken.
Bei MOV3 geht es deshalb nicht nur darum, stärker oder ausdauernder zu werden. Es geht auch darum, den eigenen Körper besser zu verstehen.
Denn wer weiß, warum der Körper auf Temperatur, Belastung und Umgebung reagiert, kann auch sein Training sinnvoller gestalten.
Also: Taschentuch einstecken, Jacke an und raus.
Der Herbst ist kein Grund, weniger aktiv zu sein.