Herbstzeit ist Hungerzeit? Warum sich unser Appetit mit den Jahreszeiten verändert

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und plötzlich schmeckt die warme Mahlzeit am Abend noch ein bisschen besser. Während im Sommer häufig leichte Gerichte und frische Salate auf dem Speiseplan stehen, wächst im Herbst bei vielen die Lust auf Suppen, Aufläufe, Süßigkeiten und andere herzhafte Speisen.

Doch ist das eigentlich Zufall? Oder steckt hinter unserem veränderten Appetit mehr, als wir denken?

Tatsächlich kann die Jahreszeit beeinflussen, wann, wie viel und worauf wir Hunger haben. Dabei spielen nicht nur die Temperaturen eine Rolle, sondern auch das Tageslicht, unsere Stimmung und unsere täglichen Gewohnheiten.

 

Wenn die Temperaturen sinken, verändert sich unser Energiehaushalt

Unser Körper arbeitet rund um die Uhr daran, seine Temperatur möglichst konstant zu halten. Wird es draußen kalt, muss er unter bestimmten Bedingungen zusätzliche Energie aufwenden, um Wärme zu produzieren.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass wir im Herbst deutlich mehr Kalorien benötigen. Schließlich verbringen wir einen Großteil unseres Tages in beheizten Räumen und tragen draußen wärmere Kleidung.

Trotzdem kann Kälte unseren Stoffwechsel beeinflussen. Besonders bei längeren Aufenthalten in niedrigen Temperaturen steigt der Energieverbrauch.

Interessant ist dabei:

  • Wärmeproduktion kostet Energie: Bei Kälte kann der Körper seinen Energieverbrauch erhöhen, um die Körpertemperatur zu halten.
  • Nicht jede Kälte macht hungrig: Leichtes Frieren führt nicht automatisch dazu, dass wir mehr essen.
  • Unser Alltag entscheidet mit: Bewegung, Kleidung, Raumtemperatur und Aufenthaltsdauer im Freien beeinflussen den tatsächlichen Energiebedarf.


Dass wir im Herbst häufiger Appetit verspüren, lässt sich also nicht allein damit erklären, dass unser Körper mehr Energie zum Heizen benötigt.

 

Weniger Tageslicht – mehr Lust auf Essen?

Neben den sinkenden Temperaturen verändert sich im Herbst vor allem eines: das Licht.

Wenn es morgens später hell und abends früher dunkel wird, beeinflusst das unsere innere Uhr. Diese steuert unter anderem unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und verschiedene hormonelle Prozesse.

Auch unser Essverhalten kann damit zusammenhängen. Veränderungen des Tageslichts können indirekt beeinflussen, wann wir Hunger verspüren, wie fit wir uns fühlen und worauf wir Appetit haben.

Besonders interessant sind dabei zwei Hormone:

  • Melatonin: Dieses Hormon spielt eine wichtige Rolle für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Die längeren Dunkelphasen im Herbst können seine zeitliche Ausschüttung beeinflussen.
  • Leptin: Es ist an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt. Wie sich seine Aktivität im Jahresverlauf verändert, ist allerdings individuell unterschiedlich.


Hinzu kommt unsere Stimmung. Wenn die Tage grau und nass werden, verbringen viele Menschen mehr Zeit drinnen. Gemütliche Abende auf dem Sofa ersetzen häufiger die Aktivitäten im Freien.

Essen wird dann manchmal nicht nur zur Energiequelle, sondern auch zu einem kleinen Wohlfühlmoment.

 

Warum wir im Herbst häufiger Lust auf Süßes bekommen

Ein Stück Kuchen am Nachmittag, Schokolade auf dem Sofa oder ein süßes Gebäck zum Kaffee: Gerade in der kühleren Jahreszeit greifen manche Menschen häufiger zu solchen Lebensmitteln. Doch warum ist das so?

Ein möglicher Grund ist unser Bedürfnis nach Belohnung und Wohlbefinden. Süße und energiereiche Lebensmittel können kurzfristig angenehme Gefühle auslösen. Gerade dann, wenn wir gestresst, müde oder schlecht gelaunt sind, erscheinen sie besonders verlockend.

Dazu kommt, dass wir im Herbst andere Gewohnheiten entwickeln. Wir verbringen mehr Zeit zu Hause, kochen häufiger warme Gerichte und verbinden bestimmte Speisen mit Gemütlichkeit.

Dabei ist es wichtig, zwischen echtem Hunger und Appetit zu unterscheiden:

  • Körperlicher Hunger entsteht, wenn unser Körper Energie benötigt. Er entwickelt sich häufig allmählich.
  • Appetit kann auch ohne tatsächlichen Energiemangel auftreten, beispielsweise durch den Geruch von frischem Gebäck.
  • Emotionales Essen kann entstehen, wenn wir durch Essen Stress abbauen oder unsere Stimmung verbessern möchten.


Keiner dieser Mechanismen ist grundsätzlich schlecht. Entscheidend ist, dass wir lernen, die Signale unseres Körpers besser wahrzunehmen.

 

Weniger Bewegung kann unser Essverhalten verändern

Während wir im Sommer oft ganz selbstverständlich mehr Zeit draußen verbringen, sieht unser Alltag im Herbst häufig anders aus.

Die Fahrradtour nach Feierabend fällt wegen des Regens aus, der Spaziergang wird kürzer und nach einem langen Arbeitstag erscheint das Sofa besonders attraktiv.

Dadurch verändert sich nicht nur unser Bewegungsverhalten, sondern möglicherweise auch unser Hungergefühl.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann nämlich dabei helfen, die Regulation von Hunger und Sättigung zu unterstützen. Gleichzeitig wirkt sich Bewegung positiv auf unsere Stimmung, den Schlaf und den Stoffwechsel aus.

Wer sich regelmäßig bewegt, profitiert deshalb gleich mehrfach:

  • Bessere Stoffwechselgesundheit: Körperliche Aktivität unterstützt die Verarbeitung und Nutzung von Energie.
  • Weniger Stress: Bewegung kann helfen, innere Anspannung abzubauen und stressbedingtem Essen entgegenzuwirken.
  • Stabilerer Tagesrhythmus: Feste Trainingszeiten bringen Struktur in den Alltag.
  • Mehr Wohlbefinden: Gerade an dunklen Tagen kann ein Training neue Energie und ein gutes Körpergefühl geben.


Dabei muss es nicht immer ein besonders intensives Workout sein. Schon regelmäßige Spaziergänge, moderates Krafttraining oder eine Trainingseinheit im Fitnessstudio können einen wertvollen Beitrag leisten.

 

So kommst du gesund und satt durch den Herbst

Mehr Appetit im Herbst bedeutet nicht automatisch, dass du deine Ernährung komplett umstellen oder besonders streng kontrollieren musst.

Viel sinnvoller ist es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und dem Körper das zu geben, was er tatsächlich braucht.

Mit ein paar einfachen Gewohnheiten gelingt das auch in der kalten Jahreszeit:

1. Setze auf sättigende Mahlzeiten
Eiweißreiche Lebensmittel, Vollkornprodukte und Gemüse können dabei helfen, länger satt zu bleiben. Eine warme Gemüsepfanne mit Kartoffeln und einer Eiweißquelle ist beispielsweise eine gute Herbstmahlzeit.

2. Nutze saisonale Lebensmittel
Kürbis, Karotten, Rote Bete, Äpfel und verschiedene Kohlsorten bringen Abwechslung auf den Teller. Sie liefern wertvolle Nährstoffe und lassen sich hervorragend zu wärmenden Gerichten verarbeiten.

3. Achte auf regelmäßige Mahlzeiten
Wer tagsüber kaum etwas isst, bekommt abends möglicherweise besonders großen Hunger. Eine ausgewogene Mahlzeitenstruktur kann helfen, starke Hungerschwankungen zu vermeiden.

4. Bleib auch bei schlechtem Wetter aktiv
Gerade im Herbst lohnt es sich, feste Bewegungszeiten einzuplanen. Ein Training im MOV3 bietet dir die Möglichkeit, unabhängig von Regen, Wind und Dunkelheit aktiv zu bleiben.

5. Verbiete dir nichts
Ein Stück Kuchen oder eine Portion Schokolade gehören genauso zu einer ausgewogenen Ernährung wie Gemüse und Vollkornprodukte. Entscheidend ist nicht die einzelne Mahlzeit, sondern das Gesamtbild.

 

Ist der Herbsthunger wirklich wissenschaftlich belegt?

Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die saisonale Unterschiede in unserem Essverhalten zeigen.

Eine Studie mit 315 Erwachsenen stellte beispielsweise fest, dass die Teilnehmenden im Herbst durchschnittlich mehr Kalorien und insbesondere mehr Kohlenhydrate zu sich nahmen. Auch die Portionsgrößen waren größer.

Allerdings bedeutet das nicht, dass jeder Mensch im Herbst automatisch mehr Hunger hat.

Neuere wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass sich die Nahrungsaufnahme je nach Jahreszeit, Klima, Lebensstil und kulturellen Gewohnheiten unterscheiden kann. Ein allgemeingültiges Muster gibt es deshalb nicht.

Fest steht: Unser Appetit wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Und einige davon verändern sich mit den Jahreszeiten.

 

Höre auf deinen Körper – auch im Herbst

Dass wir im Herbst häufiger Lust auf warme, deftige oder süße Lebensmittel bekommen, ist kein ungewöhnliches Phänomen. Kürzere Tage, sinkende Temperaturen und veränderte Alltagsgewohnheiten können gemeinsam dazu beitragen, dass sich unser Essverhalten verändert.

Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Statt gegen jeden zusätzlichen Appetit anzukämpfen, lohnt es sich, den eigenen Körper besser kennenzulernen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung bilden dabei eine gute Grundlage.

Und gerade wenn es draußen ungemütlicher wird, kann ein fester Trainingsrhythmus helfen, körperlich und mental in Balance zu bleiben.

Im MOV3 unterstützen wir dich dabei, auch in der dunkleren Jahreszeit aktiv zu bleiben und langfristig etwas für deine Gesundheit zu tun. Denn ein gesunder Lebensstil hat keine Saison.

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